ZEIT-Fragen II

Wieder einmal belästigt mich DIE ZEIT mit seltsamen Fragen und möchte sich für die Antworten mit 4 Gratis-und-frei-Haus-Ausgaben bedanken. (siehe ZEIT-Fragen I). Verzeihung, mich überkommt zwanghaft die Lust zu kalauern. Oder ka zu lauern.

Seit die Bundesregierung im Amt ist, hat sich die Konjunktur in Deutschland deutlich erholt. Was denken Sie: Welchen Anteil hat die Regierung daran?
1.) Einen wesentlichen Anteil
2.) Einen mittelgroßen Anteil
3.) Einen geringen Anteil


Schön, dass die Konjunktur sich erholt hat. Ist sie braun geworden?

Die Bundesregierung hält an einem Engagement in Afghanistan fest. Sind Sie damit einverstanden?
1.) Ja
2.) Nein
3.) ich bin unentschieden


Das kommt auf die Gage für das Engagement an. Und wieviel ich davon abkriege.

Roland Koch, Horst Köhler, Ole von Beust - schwächen die Rücktritte dieser mächtigen CDU-Politiker die Bundesregierung?
1.) Ja
2.) Nein
3.) Ich bin unentschieden


Wie immer, wenn Mächtige abtreten, aufatmet das Land. Es sei denn, es hieße Schland.

Welche der drei Regierungsparteien hat Ihrer Meinung nach die beste Leistung erbracht?
1.) CDU
2.) CSU
3.) FDP
4.) Alle gleich
5.) Kann ich nicht beurteilen


Haben Sie schon die Bilanzen der Parteien veröffentlicht? Oder darf sich Leistung nicht mehr lohnen?

Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit der Bundesregierung?
1.) Gut
2.) Durchschnittlich
3.) Schlecht
4.) Kann ich nicht beurteilen


Würde mal sagen im Durchschnitt gar nicht mal so gut. Kann ich aber schlecht beurteilen.

Zum Schluss würden wir gerne Ihre Meinung zur politischen Berichterstattung der ZEIT erfahren.
Die Redakteure der Zeit haben unterschiedliche politische Ansichten. Wie finden Sie das?
1.) Gut, denn ich möchte verschiedene Sichtweisen kennenlernen, bevor ich mir selbst eine Meinung bilde.
2.) Nicht so gut, ich hätte lieber eine einheitliche politische Ausrichtung der Redakteure


Ich finde es ganz wahnsinnig, dass Ihre Redakteure all diese unterschiedlichen Ansichten von, sagen wir, Herrn Clement über Herrn Sarrazin bis hin zum Linksausreißer Herrn Dohnanyi in Ihrem bandbreiten Angebot präsentieren. Und erst recht begeistern mich all die unterschiedlichen Ansichten des Herrn Editors-at-large, welche Bezeichnung wohl zu bedeuten hat, dass er sich nur ums große Ganze, das Klima also, zu kümmern hat; König der Wechselwinde wäre ja auch ein etwas undemokratischer Titel. Falls er überhaupt noch dabei ist. Als ZEIT-Ignorant ist man nicht so auf dem Laufenden. Oder laufenden. Am liebsten sind mir unter den unterschiedlichen Meinungen diejenigen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zur Not begnügte ich mich auch mit den alternativlosen. Und dann hätte ich gerne einen überzeugenden Farbführer. So sollten die Meinungen von links bis rechts in einem Farbverlauf (die Grafikabteilung hilft notfalls bei der Begriffsklärung) gedruckt werden, in dem die linkesten bei rot anfangen und die rechtesten bei schwarz aufhören. Das gäbe in der Mitte braun. Helmut Schmidt, bekanntlich der Mann mit der weißesten Weste in der Politik, sollte deshalb in der Sonderfarbe Weiss gedruckt werden. So bräuchte man sich nicht mühsamst durch nicht enden wollende Schwadronierereien und Wiederkäuereien zu kämpfen, sondern sähe auf einen Blick, was heute in der Zeitung steht. Und könnte sich deshalb viel eher mit dem eigentlichen Zweck Ihres Blattes beschäftigen: den Anzeigen.
(Dienstag, 14. September 2010)