Verstört

Mit der Kunst der Sprache ist es wie mit der Sprache der Kunst: man muss nicht alles verstehen, um die Schönheit genießen zu können. Streng genommen läßt sich Kunst nicht verstehen, weil sie weder argumentiert noch gar beweisen will. Wir möchten alle und immer verstehen, ob Integralrechnung, Fußballsiege oder des Popstars neueste Freundin, und wenn es uns ums Verrecken nicht gelingt, rennen wir in die Sackgassen der Religion, Mystik, Esoterik, Schwärmerei. Es ist aber nicht der Nebel sondern die Kunst, die über das Verstehen hinausführt, zu Tieferem und Leichterem, vielleicht zu Verständnis, Erkenntnis, zur Ruhe im Auge des Hurricans.

(Juli 2013)