Jean Rhys, Nach der Trennung von Mr MacKenzie

Die Welten der Science Fiction, soweit wir sie wahrnehmen, sind uns zum größten Teil vertraut; Fantasy ist ein Synonym für Schweif & Schmück. Eine fremde Welt fand ich in diesem Buch: Jean Rhys, Nach der Trennung von Mr MacKenzie (Originalausgabe "After Leaving Mr MacKenzie" 1930, deutsche Ausgabe Ende der 60er erstveröffentlicht. Zitate nach dtv-Taschenbuch, München, 1994).

"Immer dachte sie an Orte, nie an Menschen. Sie lag da und dachte an die dunklen Schatten von Häusern in einer Straße, die im Licht der Sonne weiß wirkte; oder an Bäume mit schlanken schwarzen Zweigen und jungen grünen Blättern, die aussahen wie die Bäume auf einem Londoner Platz im Frühling; oder an ein dunkles, purpurrotes Meer - wie das Meer auf einem Öldruck oder in irgendeinem tropischen Land, das sie nie gesehen hatte." (S. 10)

"Wenn alle braven ehrbaren Leute ein einziges Gesicht hätten, ich würde es anspucken. Ich wollte, sie hätten alle ein einziges Gesicht, damit ich es anspucken könnte." (S. 123)

Die Schriftstellerin Christine Pountney sagte in The Guardian, Saturday 14 May 2005: "I now stand in awe of Rhys's fierce talent. She had an ability to see what others could not, or refused to see, and the guts to write about it … I will read it again and I will learn something new."

Auf http://www.tumblr.com/tagged/jean%20rhys fand ich diese Äußerungen von Jean Rhys:
"Others? I do not know them. I see them as trees walking."
"I would never be part of anything. I would never really belong anywhere, and I knew it, and all my life would be the same, trying to belong, and failing. Always something would go wrong. I am a stranger and I always will be, and after all I didn’t really care."
"I like shape very much. A novel has to have shape, and life doesn't have any."

(Juli 2013)